Leseproben für kleine Schmökerratten
- Kinderbücher von Indie-Autoren

Dienstag, 17. Oktober 2017

Liddy, Linus & Lior von Sonny Tailor




Klappentext:
Liddy, Linus & Lior …
treten gemeinsam zur Lichtgeister-Prüfung an. Die Aufgaben sind sehr schwierig, Linus schafft es nicht, sich in ein Tier zu verwandeln und besteht daher den Test nicht. Er muss ins Schattenreich und dort als Geist sein Unwesen treiben. Doch als er ein Wildschwein rettet, wird ihm klar, dass er nie seine Erfüllung als Schattengeist finden kann.
Wird Linus es schaffen, ein Lichtgeist zu werden und kann er bald seine Freunde Liddy und Lior wiedersehen? Setzt euch ins Lichtimobil und reist ins Lichterland. Doch passt auf, damit Stinkstiefel euch nicht erwischt … 
Erhältlich bei Amazon.
 
Leseprobe Liddy, Linus & Lior
Laco, der Wächter aller Geister, geht in seinem Büro auf und ab. Sein Lichthaus strahlt mit der Sonne um die Wette. Er ist von großer, schlanker Gestalt. Sein zerzaustes, goldenes Haar hängt ihm oft ins Gesicht. Mit seinen langen, knochendünnen Fingern streicht er die Strähnen aus der Stirn. Seltsam muten seine übergroßen und breiten Füße an, die überhaupt nicht zum Rest seiner Erscheinung passen wollen.
Trotz seines hohen Alters von zweihundert Jahren fühlt er sich genauso aufgeregt wie seine Schützlinge und macht sich Sorgen: Die Prüfungen zum Lichtgeist stehen unmittelbar bevor und sie sind sehr schwierig.
Um ein richtiger Lichtgeist zu werden, müssen seine Schützlinge zeigen, dass sie auf Menschen aufpassen können. Sie müssen die Menschen beschützen und ihnen zur Hilfe eilen, wenn es nötig ist. Die Aufgabe eines Lichtgeists ist, die Menschen auf den richtigen Weg zu bringen. Seine drei Schützlinge dürfen keine Verlierer sein! Erfüllen sie ihre Aufgaben nicht, muss Laco seine Lieblinge ins Schattenland schicken, was er sehr bedauern würde. Schattengeister sind das genaue Gegenteil von Lichtgeistern; sie sind nur im Dunkeln aktiv. Ein Schattengeist erschreckt die Menschen mit gruseligem Aussehen und lässt sie Dinge machen, die sie gar nicht tun wollen. Die dunklen Gesellen fallen durch ihr schlechtes Benehmen auf, zeigen sich genervt und missmutig. Man kann sie auch als die bösen Geister bezeichnen! Sie sind namenlos und rufen sich untereinander nur selbst gegebene Spitznamen zu:
Schuft, Schlageraffe, Schweinchen oder Schleimi! Das sind noch die harmlosesten ‚Kosenamen‘, die sich die Schattenwesen zurufen. Der fieseste von allen Schattengeistern ist aber Stinkstiefel. Den werdet ihr später noch kennenlernen! Obwohl … darauf könntet ihr sicher getrost auch verzichten, denn der ist wohl der Schlimmste von allen …
Laco schüttelt den Kopf. Er schiebt die dunklen Überlegungen beiseite und denkt an die guten Geister. Eine Spukgestalt hat es wirklich nicht leicht, nicht einmal ein Oberwächter. Der Hüter zieht die Schublade seines Schreibtisches auf. Er holt mehrere runde, schwarze Marken, wie für einen Einkaufswagen, heraus und steckt sie ein. Die erste Prüfung wird für Liddy, Lior und Linus sehr leicht sein. Alle weiteren Prüfungen sind viel, viel schwerer.

LICHTERLAND
Der Oberwächter holt am nächsten Tag seine drei Lieblingsgespenster höchstpersönlich von zu Hause ab. Als Liddy ihm öffnet, schaut er sie besorgt an, denn sie ist kreidebleich im Gesicht. Lior und Linus sehen nicht besser aus. Laco versucht zu scherzen: „Ihr seht aus wie Gespenster.“ Dabei grinst er die drei an. Liddy blickt ihn mit großen Augen verständnislos an. Es dauert eine Weile, bis schließlich Linus in schallendes Gelächter ausbricht. Lior und Liddy lassen sich von dem Lachen, das an ein quiekendes Schweinchen erinnert, anstecken. Die Stimmung ändert sich von einem Moment auf den anderen. Laco ist sichtlich erleichtert, als sie gemeinsam ins Lichterland aufbrechen.
Lior pfeift sogar gut gelaunt vor sich hin und Liddy quasselt ununterbrochen. Sie versucht, aus Laco Details über die Prüfungen herauszulocken. Aber der Wächter bleibt standhaft und verrät nichts.
Nach einer Stunde, jedenfalls empfinden die Freunde das so, haben sie das Lichterland erreicht. Kein Wölkchen trübt den Himmel und die Sonne scheint so hell, dass sich ihre Augen erst an die Helligkeit gewöhnen müssen. Einen Sonnenuntergang gibt es hier nie, denn die Sonne strahlt den ganzen Tag – vierundzwanzig Stunden lang. Eine Unterscheidung zwischen Tag und Nacht kennt man im Lichterland nicht. Aufgrund der angenehmen Wärme blühen die Blumen das ganze Jahr hindurch in allen erdenklichen Farben. Sie brauchen kein Wasser, dank der Zauberei von Laco. Tausende bunt gefiederter Vögel zwitschern ihre Melodien. Schmetterlinge flattern durcheinander.
Liddy ist begeistert. Das Lichterland strahlt so viel Fröhlichkeit aus, dass sie sich einfach wohlfühlen muss. >Bestimmt macht es Spaß, hier herumzuspuken< denkt sie, ist zufrieden und ihr Kampfgeist geweckt: „Los, Laco, verrate endlich unsere erste Aufgabe!“, verlangt Liddy tatendurstig und zappelt ungeduldig vor dem Oberwächter herum.

LICHTIMOBIL
Liddy dreht sich um, doch Lior und Linus stehen nicht mehr hinter ihr. Sie entdeckt sie weiter entfernt, wo sie um etwas herumhüpfen, das sie noch nie gesehen hat. Laco grinst und fordert Liddy auf, zu den beiden hinzugehen. Etwas Knallgelbes leuchtet ihr entgegen, ähnlich einer großen Wäscheklammer – zwei gleichlange Schenkel aus Kunststoff, an je einem Ende nach oben gebogen, die an eine Lenkvorrichtung erinnern. In der Mitte sind die Schenkel durch einen Metallgürtel zusammengehalten, auf dem oben ein lederner Sitz befestigt ist. Laco beobachtet die drei, wie diese aufgeregt um das Ding herumlaufen, und löst das Rätsel auf: „Es dient zur Fortbewegung im Himmel. Man nennt es Lichtimobil, weil es nur bei Licht benutzt werden kann.“
Nachdem die drei genug gestaunt haben, fährt Laco fort: „Eure erste Aufgabe besteht darin, dass ihr mit dem Gefährt ein Zauberlicht ins Schattenland bringen müsst. Ihr habt dafür drei Stunden Zeit. Um zwölf Uhr beginnt eure Prüfung. Ich wünsche euch viel Glück!“
Liddy schaut Laco fragend an. Sie sieht nur ein Lichtimobil, aber sie sind doch zu dritt. Laco deutet in eine andere Richtung … und Liddy staunt, als plötzlich zwei weitere Lichtgeister mit einem roten und grünem Mobil auftauchen.
Kann Laco Gedanken lesen? Liddy, Lior und Linus haben im Unterricht schon viel von den Lichtimobilen gehört, aber noch nie eines gesehen; stets machte man ein Geheimnis daraus. Nur ein Lichtgeist darf so ein Lichtimobil besitzen. Heute war es also soweit!
Liddy setzt sich auf das gelbe Fluggerät und überlässt Lior und Linus die beiden anderen. Linus wählt das grüne, und Lior ist augenblicklich verliebt in das rote Mobil. Laco hängt jedem eine Glaskugel mit einem Zauberlicht um den Hals und drückt ihnen eine schwarze Marke in die Hand. „Passt gut darauf auf!“ Er schaute zur Sonne. Gleich war es Mittag. „Jetzt geht es los!“, ruft er und schon ist er verschwunden. Liddy dreht die Marke in ihrer Hand. „Was ist das?“, fragt sie, doch eine Antwort bekommt sie nicht. Mit einer Hand streicht sie nachdenklich durch ihr hellblaues Haar. Um die Ohren herum liegen zwei dunkelgrüne, halbrunde Streifen. Schon immer hatte sie den Tick, sich die Haare bunt zu färben. Damals, als sie von der Erde gegangen ist, schimmerten ihre Haare noch lila, hier im Himmel aber ändert sich die Haarfarbe von Woche zu Woche. Mal ist es ein Stich ins Blaue, dann wieder ins Gelbe oder gar Rosafarbige. Heute Morgen hat sich die Farbe in ein Hellblau geändert. Liddy dreht den Chip und entdeckt an dem Lenker einen Schlitz. Da hinein steckt sie die schwarze Marke und drückt den goldenen Knopf, der gleich daneben angebracht ist. Das Lichtimobil beginnt zu summen, nachdem sie den Startknopf gedrückt hat. Aufgeregt schaut sie sich nach Lior und Linus um, aber sie sind noch damit beschäftigt, Schlitz und Startknopf zu finden. Liddy betrachtet den Lenker und denkt ans Fliegen. Plötzlich macht das Gefährt einen Satz vorwärts. Nur einen Augenblick, dann bleibt es ruckartig wieder stehen. Liddy fällt vor Schreck beinahe hinunter. Oh je, denkt Liddy, das Ding geht ja voll ab. Sie hat sich gerade noch festhalten können, sonst wäre sie hinten vom Gefährt gepurzelt. Das Lichtimobil steuert man mit seinen Gedanken, das hat sie schnell begriffen...





Über mich:
Sonny Tailor wurde am 19.Dezember 1969 in Lauf an der Pegnitz geboren und lebt seit vielen Jahren in Bindlach, im schönen Oberfranken. Seit 1991 arbeitet sie als Angestellte bei einer Versicherungsgesellschaft. Ihre Leidenschaft für das Verfassen von Texten hat sie im Jahre 2009 entdeckt, als sie an einem Fernstudium für kreatives Schreiben teilgenommen hat. Schon als Teenager hat sie für bestimmte Anlässe Gedichte geschrieben, was ihr auch heute noch Spaß macht (Reime für Anlässe, wie z.B. Geburtstage, Nikolaus ..., verfassen und vortragen). Beim Schreiben taucht sie einfach in eine andere Welt ein.

Dienstag, 10. Oktober 2017

Auf der Spur des Abenteuers mit Henry und Saro von Yani Nara



Klappentext

Schnüffle wie ein Hund und denke wie ein Mensch! Begleite den neunjährigen Henry und seine Hündin Saro einen ganzen Sommer lang. Sei bei ihren spannenden Ausflügen dabei und erlebe, wie wahre Freunde selbst in den gefährlichsten Momenten zueinander halten. Folge Henry und Saro – Auf der Spur des Abenteuers!
Eine lustige, abenteuerliche und emotionale Geschichte für Kinder ab 7 Jahren, über die Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Die Erzählung bietet durch altersgerechten Sprachgebrauch und spannende Elemente selbst lesefaulen Kindern Anreiz, bis ganz zum Schluss zu lesen. Durch den Perspektivenwechsel der erzählenden Hauptfiguren erleben die Leser die Abenteuer von Henry und Saro haut- bzw. fellnah mit.
Erhältlich bei Amazon.



Leseprobe zu „Auf der Spur des Abenteuers – mit Henry und Saro“

Zu zweit
„Papa hat gesagt, für den Anfang sollst du nur bis zur kleinen Brücke gehen. Spiel danach noch ein bisschen mit Saro auf der Wiese, das ist auch okay!“, rief meine Mutter laut und deutlich vom Balkon auf die Straße herunter. Herrje, war mir das peinlich, ich war schließlich nicht mehr sechs. Ich rollte mit den Augen und hoffte, dass sie es von dort oben sah, obwohl sie ihre Brille gerade nicht trug. „Ja, Mama“, antwortete ich. Schnell drehten Saro und ich ihr den Rücken zu und marschierten los. Ich schaute zu Saro hinab, die Hündin trottete glücklich neben mir her. Es war, obwohl es schon nach fünf Uhr war, immer noch ziemlich warm, und ihre Zunge hing lang aus dem Maul. Bis zur ersten Brücke durften wir nur gehen. Das war wirklich nicht besonders weit. Ich schaute die Straße entlang, die ich mit meinen Eltern und Saro zusammen bestimmt schon hunderte Male gegangen war. Von den meisten Nachbarn in der Straße kannte ich die Vor- und Nachnamen. Freundlich grüßte ich meine Nachbarin, die gerade in ihrem Garten Rosen schnitt. „Hallo Frau Brönner!“, rief ich ihr zu, und sie winkte lächelnd zurück. Saro wirkte bisher nicht so, als ob sie meine Eltern auf dem Spaziergang vermissen würde. Glücklich hechelnd schaute sie mich an. Die Hündin war nun schon so groß, dass sie mir bis zum Oberschenkel reichte. Ich war erleichtert, dass sie nicht zu stark an ihrer grünen Leine zog.
Wir ließen das Ende der Straße bald hinter uns und durchquerten eine kleine Unterführung, in der es gespenstisch hallte. Bei jedem Schritt hatte man das Gefühl, ein unsichtbarer Verfolger sei einem auf der Spur. Es war immer ungemütlich dunkel hier. Es standen viele komische Sprüche an den Wänden, und ich hatte schnell aufgehört, sie zu lesen, als ich es endlich konnte. Saro zog an ihrer Leine und beeilte sich, durch die Unterführung zu kommen. Ich hatte nichts dagegen einzuwenden, und wir joggten gemeinsam los. Schließlich wollte ich nicht wie ein kleines Baby einfach losrennen.
Die Brücke, zu der wir wollten, lag nur einen Katzensprung entfernt von hier. Das hier war mein erster Ausflug ganz allein, mit meiner besten Hunde-Freundin Saro – darauf hatte ich schon sehr lange gewartet. Uns beiden würde die nächsten drei Wochen, auch ohne Paul, ganz bestimmt nicht langweilig werden.
An der großen Wiese neben der Brücke angekommen, traute ich mich zunächst nicht, Saro von der Leine zu lassen. Ich war schon dabei gewesen, als der Jagdtrieb die Hündin gepackt hatte. Sie war einem Reh quer durch den halben Wald gefolgt. Papa konnte sie nur mit großer Mühe wiederfinden und zurückbringen. Deshalb rannten Saro und ich erst einmal gemeinsam durch das kniehohe Gras, ihre Leine hielt ich locker in der Hand. Dabei scheuchten wir Grashüpfer, Fliegen und Bienen auf. Es fuhren zum Glück keine Autos hier, und Rehe oder Eichhörnchen sah ich auch keine. Damit wir besser toben konnten, ließ ich die Hündin schon bald von der Leine. Die reifen Schirmchen der Pusteblumen stoben in alle Himmelsrichtungen davon, als wir Fangen spielten. Wie wild jagten wir uns gegenseitig über das unbestellte Feld. Irgendwann waren wir beide außer Atem und setzten uns nebeneinander an den Wegrand. Ich holte mir die Pusteblumen aus den blonden Locken und klopfte sie von meiner kurzen Hose ab. Danach streichelte ich Saro ausgiebig. Dabei zupfte ich ihr die letzten Grashalme, die von unserer Schlacht hängen geblieben waren, aus dem Fell. Ihr feuerrotes Fell war lang und weich. Nur auf dem Rücken, entlang der Wirbelsäule, verlief ein Haarstreifen, der sich borstig anfühlte. Dieser Streifen Haar war länger und wuchs in eine andere Richtung als das restliche Fell. Am liebsten mochte ich an diesem Haarstreifen, dass er zu jeder Tageszeit und bei jedem Wetter aufgestellt war. Er sah aus wie eine Frisur, die man Irokesenschnitt nennt. Papa sagt, Saro sei ein Mischling, und den besonderen Haarstreifen habe sie, weil ihre Mutter zu einer Hunderasse gehört, die Ridgeback heißt.


Über die Autorin

Noch bevor sie die Bedeutung vieler Worte verstand, liebte Yani Nara es Geschichten zu lauschen. Am Abend, wünschte sie sich zum Einschlafen oft ihre Lieblingsgeschichte von der Maus, die Gefühle und Gerüche sammeln konnte. Am Wochenende, um kurz nach fünf Uhr morgens, wenn alle noch schliefen, schlich sie sich vor den Fernseher, um Märchen anzuschauen. Während des Spielens lief im Hintergrund eine Hörbuch-Kassette und an Geburtstagen wurden Familienmitglieder mit aufwendig inszenierten Aufführungen im hauseigenen Kasperletheater beglückt. Und obwohl ihre ältere Schwester standhaft behauptete, Yani könne nicht lesen, begann sie schon bald, alle Bücher die ihr in die Hände fielen, in Windeseile auszulesen.
Die Autorin wurde 1988 in Deutschland geboren und studierte an der Universität von Mainz Erziehungswissenschaften und Philosophie. Während und nach dem Studium arbeitete sie in verschiedenen pädagogischen Einrichtungen, zumeist als Kummerkasten, Beraterin und Unterhalterin. Yani Nara verreiste in ihrer Kindheit häufig innerhalb Europas und nach ihrer Schulzeit dehnten sich ihre Reisen aus, auf weiter entfernte Ziele. Für die Eindrücke, die sie auf Reisen bekam, die Erfahrungen die sie während ihrer Arbeit als Sozialpädagogin sammelte, und den allgemeinen Wahnsinn des Alltags, benötigte Yanis blühende Phantasie bald ein Ventil. Sie begann zu schreiben, zunächst aber nur für sich selbst und Freunde.
Nach einer längeren Reise entschied sie sich, ihre Geschichten unter dem Pseudonym Yani Nara zu veröffentlichen und Autorin zu werden. Schließlich gibt es viele Wege, um Menschen glücklich, und die Welt noch ein bisschen schöner zu machen.  Frei nach dem Zitat: „Der Planet braucht keine erfolgreichen Menschen mehr. Der Planet braucht dringend Friedensstifter, Heiler, Erneuerer, Geschichtenerzähler und Liebende aller Art“ (Dalai Lama).

Homepage der Autorin: www.livingbooks.net


Dienstag, 3. Oktober 2017

"Schatzsuche im Spaßbad" von Veronika Aretz

Klappentext: Zu ihrem siebten Geburtstag wird Jana von ihrer Familie mit einem Ausflug ins Spaßbad und einem goldenen Schlüssel überrascht. Irgendwo im Spaßbad ist eine Truhe versteckt, die Jana nur mit diesem Schlüssel öffnen kann. Zusammen macht sich die Familie auf die Suche. Dazu müssen Vulkan- und Wasserrutsche genommen und auch Wildwasserbahn und das Wellenbad durchforstet werden. Eine aufregende Suche beginnt ... Einige Baderegeln sind in dieser Geschichte versteckt. Schau mal, ob du sie finden kannst!
Erhältlich bei VA-Verlag und Amazon

Geschafft!
Wir fahren los!
Endlich sitzen wir im Auto. Anna und ich haben einen Platz ganz hinten. Wir überlegen, was wir wohl alles im Spaßbad erleben werden. Wie gut, dass wir beide schon unser Seepferdchen haben und jetzt für das bronze-Abzeichen üben!
Leon und Max sitzen vor uns, sie flüstern und lachen die ganze Zeit. Ob sie etwas aushecken? Brüdern kann man ja nie trauen.
„Oma Inge kann euch beiden bestimmt noch eine Menge Übungen im Wasser zeigen“, sagt Papa zu uns. „Sie ist früher Wettkämpfe geschwommen und kennt sich richtig gut aus. Vielleicht ist sie in Wirklichkeit sogar eine Wassernixe.“
Da lacht Oma Inge laut. „Ja, aber eine, die zu viel Kuchen gegessen hat!“



Es dauert sehr lange, bis wir den Parkplatz erreichen. Von dort müssen wir zu Fuß weiter. Das Spaßbad hat eine große Kuppel, aus der sich eine blaue und eine rote Rutschbahn schlängeln. Ich höre viele Leute lachen und rufen.
Die Frau an der Kasse lächelt. „Und du bist das Geburtstagskind? Dann hast du heute freien Eintritt.“ Sie reicht mir einen goldenen Schlüssel. „In diesem Gebäude ist ein Schatz versteckt. Nur du allein kannst die Truhe öffnen!“
Nun bin ich sprachlos. Auch Anna strahlt. Das wird ein tolles Abenteuer!



Schnell ziehen wir uns um. Dann gehen wir ins Spaßbad. Auf den ersten Blick ist es wundervoll. Wir laufen eine ganze Runde, damit wir alles kennenlernen. Es gibt viele Pflanzeninseln und jede Menge Wasserläufe. Palmen und Bäume wachsen bis zur Decke. Von dort höre ich Vögel zwitschern, kann aber keinen von ihnen entdecken. Über eine Hängebrücke können wir über die Anlage laufen. Draußen sind weitere Becken. Dort wachsen auch viele bunte Blumen.



„Und wo finde ich jetzt den Schatz?“, frage ich. Den Schlüssel habe ich an mein Handgelenk gebunden.
Papa zuckt die Schultern. „Das weiß ich leider auch nicht. Wir müssen ihn suchen.“

Erste Aufregung
„Zuerst müssen wir duschen“, erinnert uns Oma Inge.
„Aber ich bin sauber!“, ruft Max.
Papa lacht. „Unser Schweiß klebt trotzdem auf der Haut. Wenn sich die Leute nicht richtig duschen, muss der Schwimmmeister mehr Chlor ins Wasser schütten.“
„Chlor?“, frage ich. „Ist das nicht das Zeug, das immer so in den Augen brennt?“
„Stimmt!“, sagt Oma Inge. „Und es muss noch mehr Chemie ins Wasser, wenn jemand ins Wasser macht.“
„Ihhh“, rufen Anna und ich. Auf jeden Fall duschen wir jetzt gründlich, seifen uns ordentlich ab und gehen vorher noch mal zur Toilette.



Endlich können wir ins Wasser. Wir finden ein Becken mit künstlichen Palmen. Unter ihren Blättern wird Wasser durch Rohre in offene Kokosnüsse geleitet. Sobald genug Wasser in die Nüsse hineingeflossen ist, kippen sie zur Seite. Danach rutschen sie zurück und werden wieder mit neuem Wasser befüllt. Man kann nie wissen, wann sie sich entleeren.
Das Wasser im Becken ist kalt. Es reicht mir nur bis zu den Knien, ich zittere aber trotzdem.
„Dann hast du vorhin nicht kalt geduscht“, sagt Oma Inge. „Deshalb frierst du. Am besten bewegst du dich mal!“
Daraufhin versucht sie mich zu fangen. Ich kreische auf und verstecke mich hinter Papa. Der flüchtet hinter den Kübel, wo Leon und Max stehen. Gleich erwischt mich Oma Inge – doch eine Kokosnuss öffnet sich genau über ihr und das Wasser plätschert auf ihren Kopf. Sie lacht laut und schüttelt sich wie ein begossener Pudel – und ich habe noch einmal Glück gehabt!



Vita:
Veronika Aretz wurde 1963 in Aachen geboren, hat Grafik-Design studiert und arbeitet seit mehreren Jahren als Selbstständige. Mit ihrem Mann und den drei Kindern lebt sie in der Nähe von Aachen. Seit dem Jahr 2000 trainiert sie ehrenamtlich Kinder im Schwimmverein ihrer Heimatstadt.
www.va-verlag.de, www.kinder-lernen-schwimmen.de

Dienstag, 19. September 2017

Rechtschreibung und Verben nach dem Wortstamm üben von Sandra Gau




Rechtschreibung und Verben nach dem Wortstamm üben

Verwirrt schaute Elias auf sein Diktat. Rot übersät! Seine Lehrerin fand doch wieder Fehler. Dabei hat er alle Buchstaben, die er gehört hatte, aufgeschrieben. Wenn es da nicht das stumme h gebe, könnte doch mal einen Mucks von sich geben dieses blöde h, oder das lange ie, ach, und das tz, ts klingt doch sowieso alles gleich. Betrübt schaute er aus dem Fenster und grübelte, wie er diesem Buchstaben-Dschungel nur entkommen soll.







Einführende Worte aus meinem pädagogischen Erfahrungsschatz:
Auf dem Weg zur sicheren Rechtschreibung schauen viele Lernenden irritiert und suchen einen festen Anker, an dem sie sich halten können. Zum einen gibt es die Regeln, die sie abrufen können, zum anderen die Lernwörter, wobei der Blick auf den Wortstamm und der Wortfamilie Abhilfe schaffen kann. Die Rechtschreibung mit der Wortfamilie spielend leicht zu erkunden, fordert eine visuell bewährte Hilfestellung. In meinen Aufgabenblättern wird anhand von Bäumen oder Schmetterlingen die Thematik ergründet. Im Baumstamm befindet sich der Wortstamm, links außen die Vorsilben und rechts die Endungen. Darin werden verschiedene Schwerpunkte angesprochen: das lange ie, das stumme h, die ks- und die s-Laute, doppelten Konsonanten sowie k, ck, z, tz, ts. In dieser Übungsreihe zeige ich auf, wie man mit dem Wortstamm Lernwörter oder auch die Rechtschreibregeln festigen kann. Das gibt Raum für Wortspiele und spielend lernt es sich ohnehin leichter.

Und so verhält es sich auch mit den Verben. Wir unterscheiden die regelmäßigen (auch: schwach) und unregelmäßigen (auch: stark) Wortstämme. Zu Beginn werden die Fachbegriffe geprägt, wobei all meine Schüler an ihre Grenzen stießen und wir gemeinsam eines Tages die folgende Eselsbrücke bauten: „Schwache bleiben, starke verändern sich.“ Das wurde zu einem Leitspruch, der zweideutig erkundet wurde. Nur so konnten sich meine Mädchen und Jungen die Zuordnungen „regelmäßig – schwach“ sowie „unregelmäßig – stark“ im Langzeitgedächtnis speichern. Sie schufen sich Bilder, und das prägte.
Die Verben nun mit dem Wortstamm konjugieren zu lernen, überdauert schneller im Langzeitgedächtnis, da sich das visuelle Bild auch hier stets abrufen lässt. Am Wortstamm werden die entsprechenden Endungen angehängt, und so gestaltete ich auch die Aufgaben. Das Finden des Wortstammes kann spielerisch mit dem Eintragen der einzelnen Wortteile in einem Baum beginnen. Es nimmt zwar mehr Lernzeit in Anspruch, bietet jedoch den Lernschwachen einen klaren Zugang zu dem Thema.
Rätselnd Wörter zu erkunden und nebenbei noch Wissenswertes zum Koboldmaki und anderes Sachwissen zu erfahren, lieben die Mädchen und Jungen. In Partner- oder Gruppenarbeit wird gemeinsam eine Wortfamilie erkundet und anschließend zusammen im Wechsel verglichen.

Um einen spielerischen Zugang zu finden, empfehle ich immer zusätzlich das „Wortspiel: Wer wird Wortstamm-Profi?“. [Link hierzu: https://www.lernwerkstatt-fuer-deutsch.de/shop/rechtschreibung/#cc-m-product-10452104398 ] Es kann zu Beginn des Unterrichts eingesetzt werden, nimmt zirka zehn Minuten in Anspruch. Die Schüler suchen nach Zeit so viele Wörter, wie sie finden können. Anschließend wird kontrolliert und alle richtig geschriebenen Begriffe ergeben jeweils einen Punkt. Ich lasse während der Kontrolle immer den Wortstamm unterstreichen.

Link zu „Rechtschreibung und Verben nach dem Wortstamm üben“: https://www.lernwerkstatt-fuer-deutsch.de/shop/rechtschreibung/#cc-m-product-10444295598

Ein Aufgabenbeispiel

Schwache und starke Verben
Merke dir:
Schwache Verben bleiben regelmäßig gleich, aber die starken lieben die Unregelmäßigkeit und verändern sich.

Aufgabe:
1)      Finde sechs verschiedene Wortfamilien heraus. Notiere auch die passenden Wortstämme. Nutze zum Unterstreichen des Wortstammes für schwache Verben die blaue Farbe und für starke Verben die rote.


 

Meine Schreib- und Lernwerkstatt
Sich hier kurz zu fassen, ist gar nicht so einfach, denn es gibt ja immer eine Menge zu erzählen. Doch beginnen wir mal mit der Entstehung. August 2004. Lang ist es her, doch ich erinnere mich noch sehr genau an die damals verzweifelten Eltern, die auf mich zukamen und von meinem Können überzeugt waren, ich müsse eine Nachhilfe für ihre Kinder anbieten. Das tat ich. Mittlerweile tu ich es immer noch für viele andere Mädchen und Jungen. Als pädagogische Mitarbeiterin gepaart mit journalistischem sowie belletristischem Wissen vereinte ich die Kenntnisse zu Schulischem, wühlte die Lehrpläne durch, investierte in Lernmaterialien von anderen und stellte irgendwann fest, das muss ich selbst in die Hand nehmen. Meine Schüler sollen erst einmal verstehen, was ein Prädikat ist. Ihnen reichte die Information nicht, dass es Verben seien, denn die Hilfsverben und Modalverben wurden trotzdem beim Unterstreichen vergessen. Und so schaffe ich neben dem Nachhilfeunterricht eigene Lehrmaterialien und verkaufe sie zusätzlich über meine Homepage, damit auch andere, die nicht zu mir kommen können, von dem Wissen profitieren.
Wer mehr über meine Schreib- und Lernwerkstatt wissen möchte, sollte meine Homepage besuchen: www.lernwerkstatt-fuer-deutsch.de

 
Vita
Im September 1971 begann mein Abenteuer: das Leben. Schon früh spürte ich einen Hang zu Geschichten, meine Liebe zu den Buchstaben. Doch meine heutige Tätigkeit erreichte ich erst auf Umwegen. So wurde ich nach der Schule Damenschneiderin, lernte später meinen Mann kennen, bekam zwei prächtige Söhne und sattelte neben der Kindererziehung beruflich komplett um. Ich ließ mir das Handwerk zum Schreiben zeigen, besuchte Kurse zur Pädagogischen Mitarbeiterin, schrieb zwischendurch für eine Regionalzeitung, später für verschiedene Online-Plattformen, verfasste auch Kurzgeschichten und war ab der Gründung meiner Schreib- und Lernwerkstatt den Lehrmaterialien komplett verfallen. Und mal schauen, was das Abenteuer Leben mir noch so bietet.